Wissenschaft: Rhodiola rosea
In der Zeitschrift für Phytotherapie 2009 (30: S. 136-137) berichtet Prof. Dr. Volker Schulz über eine Untersuchung zur Wirksamkeit der adaptogenen Heilpflanze Rhodiola rosea, durchgeführt von Olsson, Scheele und Panossian und veröffentlicht in der Zeitschrift Planta Medica im Februar 2009.
Der Titel des Aufsatzes von Schulz: „Rhodiola rosea bei streßbedingter Erschöpfung („Burn-out-Syndrom”).” Für die Untersuchung wurden 60 schwedische Teilnehmer, Männer und Frauen, im Alter zwischen 20 und 55 Jahren rekrutiert. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer lag bei etwa 42 Jahren. Bedingung für die Teilnahme an der Untersuchung war, daß die Teilnehmer an „Erschöpfungssyndromen” litten. Die Hälfte der Teilnehmer wurde einer Kontroll- bzw. Placebogruppe zugeordnet. Die eine Gruppe (30) Teilnehmer erhielt einen Extrakt von Rhodiola, die andere ein Scheinpräparat (Placebo), das genau so aussah und roch wie Rhodiola, aber tatsächlich keinerlei Wirksubstanzen von Rhodiola enthielt.
Das Ergebnis der Untersuchung: Die Ermüdungserscheinungen in der Rhodiolagruppe waren geringer, die geistige Leistungskraft und die Konzentrationsfähigkeit höher als in der Gruppe der Teilnehmer, die keine Extrakte aus Rhodiola rosea bekam. Ernsthafte Nebenwirkungen wurden nicht festgestellt. Prof. Schulz schließt seinen Aufsatz mit den Worten:
„In Deutschland ist das Drogenextrakt aus Rhodiola roseo bisher weniger bekannt. Die klinischen Studien mit positivem Ausgang nehmen erfreulich zu. Aus der Zeit der früheren Sowjetunion liegt außerdem ein relativ umfängliches pharmakologisches Datenmaterial vorwiegend tierexperimenteller Art vor, das geeignet ist, die vielseitigen adaptogenen Wirkungen von Rhodiola rosea plausibel zu untermauern. Es könnte daher nur noch eine Frage der Zeit sein, bis entsprechende Drogenzubereitungen auch in Deutschland … auf den Markt kommen.”
Anmerkung: Drogen im medizinischen Sinn sind nicht identisch mit dem was man umgangssprachlich darunter versteht: Rausch- und Genußmittel wie Opium, Cannabis, Ecstasy, Alkohol. Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation gilt als Droge jeder Wirkstoff,[1] der in einem lebenden Organismus Funktionen zu verändern vermag. In diesem Sinne sind Rhodiola rosea und andere Adaptogene, aber auch schon Grüntee, eine „Droge”. In „Fragen & Antworten zu Rhodiola” gehen wir ausführlicher auf die Heilpflanze Rhodiola ein.
[1] Siehe „Droge“.
Da fragt man sich beim lesen ja schon, ob man nicht irgendwie auf den Kopf gefallen ist.
Super Artikel, jetzt muss ich nur noch jemanden finden der Ahnung davon hat und mir das ganze nochmal im Detail erklären kann.
Wäre schön, wenn es so wäre. Wir glauben es nicht. Stress nimmt zu. Leute wollen Vorteile im Beruf gegenüber anderen. Nehmen Nebenwirkungen in Kauf.