Eingetragen von Teepower in Allgemeines.

Lebensweise  und Gesundheit: ein neuer Bericht

In einem  Expertenbericht „Ernährung, körperliche Aktivität und Krebsprävention” werden die Ergebnisse eins fünfjährigen Arbeitsprojektes vorgestellt. Die Arbeit der Experten, 21 an der Zahl, bestand darin, die internationale Fachliteratur durch führende Wissenschaftler auszuwerten.

Eine gute Zusammenfassung hat dazu in deutscher Sprache Prof. Claus Leitzmann, Universität Gießen geschrieben. Der ausführliche Bericht ist leider nur in englischer Sprache verfügbar (Chinesisch im Übrigen auch).[1] Aber  eine deutsche Zusammenfassung der Ergebnisse gibt es. [2] Bei Spiegel Online vom 1. September findet sich eine knappe Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse. [3]

Die Erkenntnisse decken sich weitgehend mit dem, was wir in früheren Blogs zur Alterung des Gehirns und zu Anti-aging geschrieben haben. Der Lebenswandel eines Menschen ist das A&O seiner Gesundheit. Er hat sein Leben und Sterben (wann, wie) selbst in der Hand.  Alle chronischen Krankheiten lassen sich auf unseren Lebensstil  zurückführen. Die Forscher im obigen Bericht zeigen dies auch für die „Entgleisung der Zellteilung, die zu einem ungebremsten Zellwachstum führt” (Leitzmann). Adaptogene finden in dem Bericht im Übrigen keine Beachtung. Wir kommentieren dies auch nicht aus den bekannten Gründen. Wer sich hier informieren will,  sei auf die einschlägige Literatur verwiesen.

Gut gefallen am Bericht, der im Internet  kostenlos verfügbar ist:  der Zusammenhang zwischen Eßgewohnheiten und ungebremsten Zellwachstum. Die Forscher stellen die verschiedenen Eßtraditionen im Einzelnen vor: Ostasien (China, Japan), Lateinamerika, Europa (Nord-, Mittel- und Südeuropa). Mit unseren Eßgewohnheiten kommen wir dabei nicht besonders gut weg. Unsere früher bereits dargestellte Vorliebe für  eine Mittelmeerdiät wird bestätigt. Fast täglich gibt es darüber im Übrigen neue Forschungserkenntnisse. [4]

Ein deutscher Forscher, Prof. Rainer Riedel, hat versucht, die immensen Kosten der Lebensweise für Deutschland zu schätzen. Von den rund 180 Milliarden Euro, welche gesetzliche und private Krankenversicherungen  jährlich  ausgeben, sind  60 Milliarden Euro vermeidbaren  Krankheiten durch Fehlernährung geschuldet. [5] Dies schließt die Kosten von  Leiden und  Problemen  bei  der Arbeit nicht ein.


[1] http://www.wcrf.org

[2] http://www.dietandcancerreport.org

[3] http://www.spiegel.de

[4] Gerade veröffentlicht der Bericht eines Forscherteams: Katherine Esposito, Maria Ida Maiorino, Miryam Ciotola, Carmen Di Palo, Paola Scognamiglio, Maurizio Gicchino, Michela Petrizzo, Franco Saccomanno, Flora Beneduce, Antonio Ceriello, &  Dario Giugliano (2009): Effects of a Mediterranean-Style Diet on the Need for Antihyperglycemic Drug Therapy in Patients With Newly Diagnosed Type 2 Diabetes: A Randomized Trial, Ann Intern Med.Issue, 2009,  151, S. 306-314.

[5] Medizinökonomie: Prävention ermöglicht riesige Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen.

Kommentare (0) Sep 04 2009 06:09:32

Eingetragen von Teepower in Allgemeines.

Wissenschaft: Rhodiola rosea

In der Zeitschrift für Phytotherapie 2009 (30: S. 136-137) berichtet  Prof. Dr. Volker Schulz über eine Untersuchung zur Wirksamkeit der adaptogenen Heilpflanze Rhodiola rosea, durchgeführt von Olsson, Scheele und Panossian und veröffentlicht in der Zeitschrift Planta Medica im Februar 2009.

Der Titel des Aufsatzes von Schulz: „Rhodiola rosea bei streßbedingter Erschöpfung („Burn-out-Syndrom”).” Für die Untersuchung wurden 60 schwedische Teilnehmer, Männer und Frauen,  im Alter zwischen 20 und 55 Jahren rekrutiert. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer lag bei etwa 42 Jahren. Bedingung für die Teilnahme an der Untersuchung war, daß die Teilnehmer an „Erschöpfungssyndromen” litten.  Die Hälfte der Teilnehmer wurde einer Kontroll- bzw. Placebogruppe zugeordnet.  Die eine Gruppe (30) Teilnehmer erhielt einen Extrakt von Rhodiola, die andere ein Scheinpräparat (Placebo), das genau so aussah und roch wie Rhodiola, aber tatsächlich keinerlei Wirksubstanzen von Rhodiola enthielt.

Das Ergebnis der Untersuchung: Die Ermüdungserscheinungen in der Rhodiolagruppe waren geringer, die geistige Leistungskraft und die Konzentrationsfähigkeit höher als in der Gruppe der Teilnehmer, die keine Extrakte aus  Rhodiola rosea  bekam.  Ernsthafte Nebenwirkungen wurden nicht festgestellt. Prof. Schulz schließt seinen Aufsatz mit den Worten:

„In Deutschland ist das Drogenextrakt aus Rhodiola roseo bisher weniger bekannt. Die klinischen Studien mit positivem Ausgang nehmen erfreulich zu. Aus der Zeit der früheren Sowjetunion liegt außerdem ein relativ umfängliches pharmakologisches Datenmaterial vorwiegend tierexperimenteller Art vor, das geeignet ist, die vielseitigen adaptogenen Wirkungen von Rhodiola rosea  plausibel zu untermauern. Es könnte daher nur noch eine Frage der Zeit sein, bis entsprechende Drogenzubereitungen auch in Deutschland … auf den Markt kommen.”

Anmerkung: Drogen im medizinischen Sinn sind nicht identisch mit dem was man umgangssprachlich darunter versteht: Rausch- und Genußmittel wie Opium, Cannabis, Ecstasy, Alkohol.  Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation gilt als Droge jeder Wirkstoff,[1] der in einem lebenden Organismus Funktionen zu verändern vermag. In diesem Sinne sind Rhodiola rosea und andere Adaptogene, aber auch schon Grüntee, eine „Droge”. In „Fragen & Antworten zu Rhodiola” gehen wir  ausführlicher auf die Heilpflanze Rhodiola ein.


[1] Siehe „Droge“.

Kommentare (1) Sep 01 2009 12:09:14