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Der Japan-Effekt: gesunde Langlebigkeit durch grünen Tee
Die Japaner leben von allen Völkern auf der Erde am längsten. Und sie leben lange gesund. Folglich sind auch ihre Gesundheitsausgaben gering, die Hälfte der USA und auch einige Prozentpunkte weniger als Deutschland.
Werfen wir zunächst einen Blick auf die Abbildung. in Japan steigt der Anteil der Selbständigen mit zunehmendem Alter, in Deutschland sinkt er dramatisch. Was die Graphik zeigt, ist eigentlich kaum zu glauben, wird aber auch durch andere Informationen gestützt, etwa Arbeiten bis in ein (für uns) hohes Alter, Grüdungen von Unternehmen durch alte Menschen, usw. Dafür gibt es viele Gründe, einer ist die Gesundheit. Wer in höherem Alter noch produktiv arbeiten will, muß gesund sein, er muß auch den mit Arbeit notwendig verbunden Stress beherrschen können. Offensichtlich läuft die biologische Uhr in Japan langsamer als bei uns. In der angeführten Quelle finden sich im übrigen weitere beeindruckende Informationen.
Quelle: Tivig & aldenberger (2)
Einen Einflussfaktor auf die Gesundheit der Japaner beleuchtet Als Sears, ein amerikanischer Arzt. Er informert regelmäßig im Internet über Gesundheitsfragen; er forscht auch selbst. Seine Beiträge sind mit wissenschaftlichen Belegen ausgestattet. Das gilt auch für den heute vorgestellten. Sein Beitrag vom 3. April 2012 gab er den Titel: „Wußten Sie, daß die meisten Japaner ihr Leben im Alter nicht in einem Altersheim zubringen?” (1) Wie schaffen die Japaner so etwas? Wer sich für Pflege in Deutschland interessiert und wissen will, was auch finanziell auf ihn zukommt, empfehlen wir den Artikel von Uwe Ebbinghaus: Wer nicht in die Pflege muß, spart viel Geld.(3)
Sears schreibt: „Als ich die Langlebigkeit in Japan erforschte, schaute ich mir den japanischen Lebensstil an, wie sie arbeiten, ihre körperliche Aktivität und was sie ihrem Körper an Lebensmitteln zuführen. Es gab einen Unterschied, der wirklich hervorstach - den größten, den ich entdeckte. Und der ist sehr einfach. Die gute Sache dabei ist, man kann es schon heute machen um sich besser zu fühlen und mehr Energie haben.”
Was Sears anspricht, ist grüner Tee und dessen Hauptwirkstoff Epigallocatechin-3-gallate, abgekürzt EGCG. Er ist ein Catechin und Antioxidans. Catechine sind die Flavonoide oder Polypheonle des Tees, seine Gerbstoffe. Er macht ein Drittel der Trockenmasse des grünen Tees aus. In schwarzem Tee findet er sicht nicht. Bei Wikipedia findet man gute Information zu EGCG.
Dieser Wirkstoff ist nach Sears weitgehend für die gesundheitlichen Wirkungen des Tees verantwortlich. Sears sagt, das lange und gesunde Leben der Japaner sei maßgeblich auf den Konsum von grünem Tee zurückzuführen. 5-6 Tassen pro Tag sind notwendig um einen „japanischen Effekt” zu erzeugen. 5-6 Tassen grünen Tee pro Tag? Wer schafft das? 1,5 bis 2 Liter Wasser soll ich ohnehin jeden Tag trinken und dann noch fünf Tassen Tee? Wer Blasenprobleme hat, winkt bei grünem Tee dann auch gleich ab. Was die Flüssigkeitszufuhr angeht, ist grüner Tee allerdings mit Wasser vergleichbar. Wer Tee trinkt, kann also entsprechend weniger Wasser trinken und überfordert damit nich seine Blase.
Was schlägt Sears vor? Man kann auf einige Tassen Tee verzichten, wenn man EGCG zu sich nimmt. Die moderne Wissenschaft kann Extrake aus Tee herstellen, in denen mehr dieses hochwirksamen Wirkstoffes enhalten sind, als im Teegetränk selbst. EGCG gibt es auch in anderen Nahrungsmitteln, aber in weitaus geringerer Konzentration als bei grünem Tee und schon gar nicht wie in seinem Extrakt.
Warum wirkt der grüne Tee und seine Wirkstoffe so gut? „EGCG hilft die Langlebigkeitsgene zu aktivieren, und zwar in gleicher Weise, als ob man seine Kalorienzufuhr verringert” (Sears). Was haben weniger Kalorien mit grünem Tee zu tun? Die Kalorienzufuhr ist bis heute die einzige wissenschaftlich belastbare Methode, seinen Körper bis in ein sehr hohes Alter hinein gesund zu erhalten. In der Zeitschrift Journal of Complementary and Alternative Medicine von 2005 werden die Mechanismen detailliert dargestellt (Wir dürfen die Quelle hier nicht angeben. Bei Interesse bitte Email an Teepower schicken). Sears sagt: „Das heißt, mit der Einnahme von EGCG, hat man die Chance, die Vorteile von Sirtuinen [der Wirkstoff, der für die Wirkung der Kalorienreduktion hauptverantwortlich ist ] zu haben, ohne seine Nahrungsmittelzufuhr wesentlich einzuschränken.” Nicht umsonst ist eines der Verkaufsargumente für grünen Tee: abnehmen, Gewicht verringern. Wie die Statistiken zeigen, haben Grünteetrinker (China, Japan, Korea) am wenigsten mit Gewichtsproblemen zu kämpfen (4).
EGCG hilft somit nach Sears, den Alternsprozeß zu verzögern. Sears sagt dazu:
* ECCG (grüner Tee) schränkt die schädlichen Wirkungen freier Radikale ein.
* Fördert Gelenke und Mobilität.
* Unterstützt die Biomoleküle des genetischen Codes, was die Zellen stabil und gesund erhält.
* Stärktdie Fähigkeit zu körperlicher Aktivität.
* Ist 25 bis 100mal potenter als die Vitamine C und E.
* Schiebt die Probleme hinaus, die mit dem Altern kommen.
Soweit Al Sears. Ob Grüntee und seine Wirkstoffe als Adaptogen zu betrachten sind, wollen wir hier nicht diskutieren. Wir sehen uns ständig die wissenschaftlichen Argumente hierzu an. Von allen Getränken, die wir kennen, ist grüner Tee der wirkkräftigste für die Gesundheit. Seine Wirkung läßt sich noch steigern, in dem man den Tee mit Adaptogen anreichert. Das gilt auch für EGCG.
Um noch einmal Alters- und Pflegeheime anzusprechen. Wenn Sie eines besuchen, fragen Sie nach grünem Tee und versuchen zu beobachten, ob die Menschen dort solchen trinken.
Quellen:
http://www.alsearsmd.com/the-japanese-secret/ (Der Text im Link weicht leicht vom Text des Newletters ab, aus dem wir zitieren).
(1) T. Tivig und F. Waldenberger (Hrsg., 2011), Deutschland im Demografischen Wandel. Ein Vergleich mit Japan. Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels.
(2) Uwe Ebbinghaus, 2030 - Odyssee in eine gealterte Gesellschaft, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. März 2012.
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Apr 17 2012 10:04:54